Reisetipps-Mongolei

Khuvsgul - glasklare Gewässer,  dichte Taiga und Rentierzüchter 

Die Gebirgsregion im hohen Norden der Mongolei, westlich und nördlich des bekannten Khuvsgul Sees, gehört geografisch zum sibirischen Sajan Gebirge, wird aber in der Mongolei kaum so bezeichnet. Man sagt oft nur Khuvsgul Gebirge und meint die Gebirgskette, die den See unmittelbar im Westen umgibt, die Berge im Norden werden meist einfach dem Munkh Sardyk zugeordnet und die weiter westlich gelegene Bergregion als Ulaan Taiga bezeichnet. Bleiben wir aber bei der Großgliederung und der geografischen Bezeichnung Sajan. Das Gebirge liegt zum größeren Teil im russischen Sibirien, der höchst Gipfel des Sajan, der Munkh Sardyk mit 3491Metern Höhe, befindet sich jedoch schon auf mongolischem Staatsgebiet. Die Grenze des ewigen Schnees liegt hier bei etwa 3400 Metern, so dass der Munkh Sardyk über kleine Firnschneefelder verfügt. Zahlreiche weitere Gipfel der Region erreichen Höhen zwischen 3000 und 3300 Metern. Auf Grund des rauhen Klimas ist es durchaus keine Seltenheit, dass auch diese im Hochsommer zeitweise eine Schneekappe besitzen.
Das Relief des Gebirges ist sehr vielgestaltig, stark alpin geformten Felsgipfeln stehen runde Formen und Hochebenen gegenüber, enge Schluchten wechseln mit weiten Steppentälern. Die Höhenunterschiede erreichen nicht selten 1300 Meter, am Munkh Sardyk sogar bis 1800 Meter.


Die alpine Höhenstufung ist deutlich ausgebildet und in den unteren Lagen überwiegt dichter Nadelwald. Die nördliche Tundra ist auf großen Hochflächen die eindeutig vorherrschende Vegetation. Im Sajan ist auch die typische Tierwelt des hohen Nordens zu Hause, Elche, Rentiere und Zobel, allerdings spielt sich das alles auf der geografischen Breite von Köln ab.
Die westlich des Sees gelegenen Berge bilden zusammen mit dem Munkh Sardyk eine zusammenhängende Gebirgskette. Westlich davon wiederum trennt das Darchad Tal die Berge des Ulaan Taiga von denen am See. Die etwa 1600 Meter hoch gelegene Ebene ist gekennzeichnet durch unzählige Seen und Wasserläufe. Viele der Seen sind über Flüsse und Bäche miteinander verbunden, sie speichern das Wasser der umliegenden Berge, denn während dort hohe Niederschlagsmengen zu verzeichnen sind, ist das Tal selbst regelrecht niederschlagsarm. Teilweise findet sich auch hier trockene Steppenvegetation, die den Viehaltern sogar das Züchten von Kamelen erlaubt, nur wenige Kilometer entfernt, von den Lebensräumen der Rentiernomaden im Ulaan Taiga.
Das Gebirge ist insgesamt sehr schwer zugänglich, erreichbar ist es über Murun oder auch über das russische Irkutsk, von hier kommt man recht schnell zum mongolischen Grenzübergang Khankh der praktisch unmittelbar am Munkh Sardyk liegt.


Bewohnt wird diese Region hauptsächlich von nationalen Minderheiten, sibirischen Völkern, wie den Burjaten, Darchad oder Zaatan. Die Burjaten leben, wie auch im Khentij,hauptsächlich in Holzhäusern am Übergang zwischen der Steppenlandschaft zur Taiga. Die Zaatan sind Rentierzüchter und sie nomadisieren in den Hochlagen des Gebirges. Die Darchad treten selten als eigenständige Volksgruppe in Erscheinung, sie verstehen sich eigentlich als Mongolen, obwohl sie sich auch durch deutliche äußere Merkmale von den Mongolen unterscheiden. Sie verwenden heute auch ausschließlich die mongolische Sprache, allerdings mit einer auffallend anderen Phonetik. Die Zaatan, wissenschaftlich korrekt sind es Sojon Uriangchaier, sprechen eine eigene Sprache. Burjatisch hingegen, ist dem Chalch-Mongolischen sehr ähnlich.
Bei Touren in der Region sollte man immer eine gewisse Vorsicht gegenüber Braunbären bewahren, diese Tiere sind hier recht häufig, ein typischer Lebensraum ist die Übergangsregion zur Baumgrenze und die Oberläufe der Flüsse.

Touren im Khuvsguler Bergland

Wanderung zum Geologenberg